Termine, Termine, Termine...

Montag, 6. Mai 2019

Damit die Terminliste nicht immer weiter nach unten rutscht, gibts hier einen Link auf

Termine in Jena


Klimanotstand überall!

Montag, 6. Mai 2019

Unverbindliche Absichtserklärungen gibt es genug. Wirklich bindend könnte die Ausrufung eines "Klimanotstands" sein. Dies kann auf kommunaler Ebene geschehen.

Also, wenigstens dies sollten wir fordern: Die Anerkennung des Klimanotstandes!

Und wir können es fordern - hier und jetzt:

Hier noch eine Argumentation dazu, dass die Forderung einer CO2-Steuer nicht ausreicht und sogar fehlleitet...

  • Inzwischen gab es in der Gruppe der  Scientists&Parents sowie im Klimanetz eine Debatte dazu, bei der viele sich für diese Steuer aussprachen. Hier eine Position von Annette dazu mit der Meinung: "Ja, aaaber..."

 

 

Friday4Future in Jena

Samstag, 27. April 2019

Nein, es hat nicht geregnet bei der 20. Demo "Friday4Future" in Jena. Es sollen 400 Menschen gewesen sein, diesmal nicht nur junge, sondern auch der Seniorenbeirat hatte aufgerufen, die Enkel zu unterstützen und die Scientists- und Parents4Future waren auch wieder dabei.


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Integrierte Energie- und Klimaschutzstrategie Thüringen

Dienstag, 23. April 2019

Abschlussbericht zur Erarbeitung einer Integrierten Energie- und Klimaschutzstrategie Thüringen.

Der Bericht war bis vor kurzem auf der Website des Türinger Umweltministeriums verfügbar und wird gegenwärtig überarbeitet. Um den Stand von Anfang 2018 weiterhin verfügbar zu halten, kann der Bericht auf dieser Seite heruntergeladen werden:

Download

Im Zusammenhang mit der weiteren Entwicklung der Nachhaltigkeitsziele Jenas stehen hier zwei weitere Dokumente zum Download:

  • Beschlussvorlage für den Stadtrat Jena vom 07.03.2019: Nachhaltigkeitsziele der Stadt Jena im Rahmen des Projektes "Global Nachhaltige Kommune Thüringen"
  • Anlage 1 zu dieser Beschlussvorlage: Nachhaltigkeitsziele der Stadt Jena

Petition an den Deutschen Bundestag zum Klimaschutz

Montag, 22. April 2019

Es läuft gerade eine Petition zur "Verabschiedung eines verbindlichen, sektorübergreifenden  Klimaschutzgesetzes" - viele Unterschriften werden noch gebraucht.

Bitte unterscheibt und leitet diese Bitte auch an andere weiter... 


Termine zu Klimaaktivitäten in Jena

Mittwoch, 17. April 2019

In den nächsten Wochen und Monaten finden in Jena viele Veranstaltungen statt, die einen Bezug zum Klima haben.

Hier sind sie:

  • "Aufstand oder Aussterben?" Die Gruppe extinction rebellion stellt sich vor.
  • 04.06. 19:30 Uhr, Erfurt, Jugendhaus filler, Schillerstraße 44.
  • 05.06. 20:00 Uhr: Weimar, Mon Ami, Goetheplatz 11
  • 06.06. 19:00 Uhr: Jena,Hoersaal 5, Carl-Zeiss-Platz 3

  • 12.06.2019: Nächstes treffen "Scientists&Parents Jena", TIP (Beutenberg), SR 3 (am Eingang klingeln).
  • 12.06.2019: Nächstes treffen "Scientists&Parents Jena", TIP (Beutenberg), SR 3 (am Eingang klingeln).

      • 21.05.2019:Klimapavillon: Was geht bei Euch? - Klimaschutz in Jena. Podiumsdiskussion der "Fridays for Future"-Ortsgruppe Jena mit Parteienvertreter*innen anlässlich der Kommunal- und Europawahlen über Ansichten und Zielsetzungen der Parteien zum Klimawandel auf kommunaler Ebene.
      • 04.06.2019,  17 - 18:30 Uhr, Klimapavillon, Prof. Guthke, Teilnehmer des Klimanetzes, als  Diskussionspartner zum Thema "Herausforderung Kohleausstieg.  Hintergründe und Folgen."
      • 22.06.2019, ganztägig ab 10 Uhr: Thüringer Bürger-Energietag
      • 08.07.2019, 20 Uhr: Filmabend: "Immer noch eine unbequeme Wahrheit - unsere Zeit läuft"
      • 10.07.2019, 18 Uhr: "Klimawandel und Gutes Leben - oder was jeder zur Überwindung der Klimakrise beitragen kann" (Vortragender: Dr. Dieter Achilles, Klimanetz Jena)
      • 19.08.2019, 18 Uhr: "Ist das  Klima noch zu retten?" Vortrag mit Diskussion, auch zu den "Planetaren Grenzen"  (mit Dr. Reiner Nebelung und Dr. Annette Schlemm von der Zukunftswerkstatt Jena und dem Klimanetz)

    • 24.09.2019: Haus auf der Mauer (Großer Saal): Podiumsdiskussion mit Kandidatinnen und Kandidaten zur Landtagswahl
    Weitere Termine bitte mitteilen an contactATzw-jena.de (AT ersetzen durch @). 

    Ich hoffe, wir treffen uns dort...

    **********************************************************

     Hier noch Erinnerungen an das was, inzwischen gewesen ist:

    • 25.4.2019, ab 19 Uhr im TIP, Hans-Knöll-Straße 6 (Beutenberg), SR 3: Treffen der Scientists & Parents-Gruppe Jena
    • 26.04.2019: 20. Friday4Future-Demo in Jena

    • 27.04.2019,  14 Uhr - ca. 17 Uhr, Hörsaal 6, Carl-Zeissstraße 3: Verkehrswendeworkshop
    • 07.05.2019, 19:30 Uhr, Burschenzimmer der  Gaststätte Noll: Treffen des Klimanetzes Jena zur weiteren Diskussion der Forderungspunkte an die Kommunal- und Europapolitik (zur Unterstützung von Friday4Future)
    • 08.05.2019: 19 Uhr, Stadtteilladen Süd, Jena, Magdelstieg 23: Greta Thunberg und die "neue" Klimabewegung.
    • 16.05.2019, 19 Uhr TIP, SR 3: Treffen der Scientists&Parents 
    • 20.05.2019, 19 Uhr Rosensäle Jena: #2° sind nicht genug! Podiumsdiskussion mit Dr. C.-F. Schleußner (Potsdam Institute for Climate Impact Research) und Dr. H.-J. Döring (Lothar-Kreyssig-Ökumenezentrum, Fachbereich Entwicklung und Umwelt), Lorenz Opitz (Theologiestudent, Umweltengagement)
    •  

    • 24.05.2019: Globaler Klimastreik zur Europawahl, Jena: 10:30 Uhr an der Ernst-Abbe-Hochschule, 12:00 Uhr: Holzmarkt 
    •  

    Streiken für den Klimaschutz!

    Samstag, 23. März 2019

    Junge Leute wissen, dass ihre Zukunft auf dem Spiel steht. Die bedrohlichen Klimaveränderungen zeigen sich heutzutage noch als besonders schöne, warme Sommer. Die dürrebetroffenen BäuerInnen werden leicht vergessen und der  Rest der Welt sowieso...

    Aber so idyllisch wird es nicht bleiben, wir übergeben der Jugend eine schwere Bürde. 

    Spätestens in der Lebenszeit unserer Kinder und Enkel wird sich fast alles ändern, wenn nicht die Klimaemissionen ganz deutlich gesenkt werden:


    "Fridays for Future" ist eine Bewegung, deren Zukunft noch offen ist. Aber sie ist wie ein Lackmus-Text. Die Reaktionen darauf sind oft dermaßen entlarvend, dass manche Politiker dafür sofort geschasst werden müssten, wenn wir noch einigermaßen der Aufklärung und der Demokratie verpflichtet sind. Egal, ob die Bewegung "alles ändert" oder sogar nur "im Sande verläuft" - sie hat die Diskussion dazu angestoßen.

    Die eben genannte Alternative wurde als Frage in einer Internet-Live-Abstimmung gestellt: Man konnte die eigene Antwort zwischen diesen Alternativen einordnen. Wenn man nach Durchschnitten schaut, zeigt der Zeiger nach 116 Personen weit in den Bereich "Wird sich im Sand verlaufen". Die konkrete Verteilung zeigte, dass diese Frage total polarisiert: bei beiden Polen waren sehr viele Leute (bei ersterem mehr), nur wenig irgendwo in der Mitte oder dazwischen.

    Diese Bewegung "stört" einerseits viele, so dass sie extrem ablehnend reagieren, bei anderen zieht sie die fast schon verlorenen Hoffnungen auf sich. Ich denke, dass es wie meist in solchen Fällen zu einer Ausdifferenzierung kommen wird. Einige radikalisieren sich, weil sie begreifen, dass sie 1. nicht nur fordern, sondern selbst aktiv werden müssen und 2. dass nicht nur die Energieversorgung und das Verzichten auf Flüge wichtig sind, sondern unsere gesamte Lebens- und Wirtschaftsweise geändert werden muss. Andere wiederum werden sich mit weichgespülten Lösungsansätzen wie einer Neuauflage der AGENDA 21 zufrieden geben. Allerdings wird die Problematik immer drängender werden, so dass eine dauerhafte Befriedung nicht zu "befürchten" ist.

    Mittlerweile haben auch Eltern gemerkt, dass sie ihre Kinder nicht alleine lassen können: "In Thüringen streiken jetzt auch die Eltern mit!"

    Spätestens hier wird es brenzlig: Wie viele Eltern meinen, sich das beruflich leisten zu können? Und wie lange? Ich wünsche allen, die sich beteiligen, Mut und Kraft und vor allem auch genügend Unterstützung aus dem Umfeld. Kindern, wie Erwachsenen... Wer selbst nicht mittun kann, kann sich mindestens für solche Unterstützungsnetze einsetzen!

    Eine weitere Möglichkeit der eigenen  Aktivität ist die Beteiligung an dem Netzwerk "extinction rebellion".

    Und damit die Demos nicht nur Latschdemos im alten Stil bleiben, können die Erfahrungen anderer radikaler Aktionen aufgegriffen werden.



    Sonderbericht des Weltklimarates (IPCC) über die Folgen von 1,5°C globaler Erwärmung vom 8. Oktober 2018

    Sonntag, 14. Oktober 2018

    Am 8. Oktober 2018 wurde vom Weltklimarat (IPCC) ein Sonderbericht mit dem vollständigen Titel „1,5°C globale Erwärmung – Der IPCC-Sonderbericht über die Folgen einer globalen Erwärmung um 1,5°C gegenüber vorindustriellem Niveau und die damit verbundenen globalen Treibhausgasemissionspfade im Zusammenhang mit einer Stärkung der weltweiten Reaktion auf die Bedrohung durch den Klimawandel, nachhaltiger Entwicklung und Bemühungen zur Beseitigung von Armut“ veröffentlicht.

    Der Bericht soll vor allem die Unterschiede darstellen, wenn, wie in Paris Ende 2015 beschlossen, die globale mittlere Temperaturerhöhung gegenüber dem vorindustriellen Niveau auf 1,5°C begrenzt werden kann gegenüber einer Erhöhung um 2°C. Dieser Wert wird allgemein als „Leitplanke“ betrachtet, deren Überschreitung drastische und irreversible Verschlechterungen für die Lebensbedingungen der gesamten Menschheit mit sich bringen würde. Gleichzeitig soll dieser Zwischenbericht mögliche Entwicklungspfade und Handlungsoptionen aufzeigen, die eine Einhaltung des 1,5°C-Zieles grundsätzlich noch ermöglichen. Für den Bericht wurden etwa 6.000 wissenschaftliche Veröffentlichungen ausgewertet und zusammengefasst.

    Eine Zusammenfassung und erste Wertung dieses Sonderberichtes wurde im Blog der Zukunftswerkstatt Jena veröffentlicht.

    Willkommen in der Heißzeit

    Dienstag, 7. August 2018

    In Kürze soll es - wenigstens für einige Zeit - wieder abkühlen. Inzwischen überstürzen sich Hitzerekorde, die bald keine Rekorde mehr sein werden, sondern sommerlicher Alltag. Wie sich die Vegetation in Europa dabei verändert, zeigt ein eindrücklicher Film von der ESA :

    Die Häufigkeit solcher Dürren wird stark zunehmen. Auf Grundlage eines Szenarios des Klimawandels (bei dem es „so weiter“ geht mit der CO2-Emission und der Erwärmung) zeigt die Veränderung der Dürrehäufigkeit in der jüngsten Vergangenheit (links) und am Ende des 21. Jahrhunderts, das viele, die dies hier lesen, wohl noch erreichen werden.

    (Bildquelle aus der Veröffentlichung Spinoni et al. 2015 - hier übernommen vom Bildungsserver)

    In „Wetter.de“ wird die eben genannte Veröffentlichung auf deutsch erläutert.

    Wie putzig war es noch als wir nur die Eisbären bedauerten, die dem Klimawandel zum Opfer fallen. In nur einer Woche starben in einer Hitzewelle in Europa im Jahre 2003 ca. 70 000 Menschen mehr als im Durchschnitt in dieser Woche gestorben wären.

    „2003 hatten wir in Europa einen Jahrhundertsommer mit 70.000 Hitzetoten. Stellen Sie sich mal vor, Terroristen würden in Europa 70.000 Menschen umbringen – wir wären bereit, den Rechtsstaat aufzugeben, nur um dagegen anzukämpfen! Bei einer extremen Hitzewelle aber zucken die Leute mit den Schultern.“ (Stefan Rahmsdorf vor dem Hitzesommer 2018)

    Dieses Jahr kommen noch jene hinzu, die direkt in den Flächenbränden, Stürmen und Überflutungen bei Hitzegewittern umkommen. Die jucken uns aber immer noch so wenig wie die alltäglichen Unfallopfer, die wir hinnehmen für unsere Art zu leben. Mich erinnert das wieder sehr an die „Frösche im Hitzebad“, über die ich vor über einem Jahr schrieb.

    „So wie Rauchen die Häufigkeit von Lungenkrebs erhöht, bringt uns die globale Erwärmung mehr Wetterextreme.“ (Stefan Rahmsdorf vor dem Hitzesommer 2018)

    Wer noch ein wenig Gefühl dafür hat, woher die Nahrungsmittel kommen, die wir im Supermarkt kaufen, sollte sich auch nicht nur langsam Sorgen um die mit der Dürre verbundenen steigenden Preise machen... Noch ist es nur ein Witz, dass zwei afrikanische Menschen in der Wüste reden: Einer sagt: „In Europa hat die Hitze die Getreidepreise nach oben getrieben!“ - und der andere: „Wie unangenehm...“. In Europa laufen die Leute noch ziemlich unbesorgt rum (zumindest hier) und während die Frau besorgt beginnt: „Kartoffeln, Erbsen, Bohnen und Mais verkommen in diesem völlig überhitzten Klima...“ ist der Mann völlig ungerührt: „Pfff..., Fleisch ist mein Gemüse...“.

    Was solls auch. Die Erde hat schon häufig starke Temperaturveränderungen durch“lebt“. Dass die Erde wieder einmal eine Art „Treibhauswelt der Kreidezeit“ erleben könnte, wurde schon 2007 vermutet. Die oben genannte Veröffentlichung bestätigt die Berechtigung dieser Sorge. Stefan Rahmsdorf spricht in einem aktuellen Interview davon, dass das IPCC „immer wieder wesentliche Entwicklungen unterschätzt“ hat, weil es nur sehr vorsichtige und von einer großen Mehrheit von Klimaforschern mitgetragene Prognosen veröffentlicht. Vieles hat sich „schlimmer als der angehommene Worst-Case“ entwickelt. Wieso wollen wir immer noch krampfhaft glauben, dass es schon nicht so schlimm werden würde? Weil nicht sein kann, weil nicht sein darf?

    „Aber das Gefühl, dass wir eine sehr schlimme Zukunft vor uns haben, sickert ins Unterbewusste.“ (Stefan Rahmsdorf vor dem Hitzesommer 2018)

    So langsam scheint auch die jetzige Hitze für die meisten nicht mehr nur lustigen Badespaß zu versprechen, sondern es wird von einer „Gluthölle“ gesprochen.

    Die folgende Grafik (leicht ergänzt nach DWD 2017) zeigt einen Trend der durchschnittlichen Temperaturerhöhung:

    Kann man sich an diesen „Wandel“ nicht auch ganz gut anpassen? Leider besteht der „Klimawandel“ eben nicht nur in einer kontinuierlichen Erderwärmung, sondern es ist zu befürchten, dass verschiedene kritische Schwellwerte überschritten werden. Bekannt ist etwa die Gefahr der Freisetzung des starken Klimagases Methan aus tauenden früheren Permafrostböden. Es droht uns also nicht nur ein „Klima-Wandel“, sondern ein „Klima-Umbruch“, dem zumindest die Ökosysteme nicht so schnell und auf eine solche Weise „folgen“ können, dass unsere hungrige Menschheit wie bisher Landwirtschaft betreiben könnte. Regionale Ausgleiche, wie jetzt, dürften dann durch die global wirkenden Umbrüche immer schlechter möglich werden. Die sozialen und politischen Folgen sind kaum absehbar. Leider lässt die Art und Weise, wie wenig sich jetzt Menschen um die ertrinkenden und in Wüsten umkommenden „Anderen“ kümmern, wenig hoffen, sondern das Schlimmste befürchten. Letztlich werden uns weder Frontex noch andere Grenzbefestigungen vor diesem globalen Umbruch unserer Lebensgrundlage schützen können.

    Spätestens nach diesem Sommer können wir davon ausgehen, dass niemand mehr behaupten kann, nichts gewusst zu haben. Wir übergeben unserer Zukunft eine immer heißer werdende Erde.

    (Mehr dazu hier)

    Wir verlassen die „sichere Zone“ sehenden Auges.

    Familien- und Umwelttag 2018

    Sonntag, 3. Juni 2018

    Elektromobilität – ein Beitrag zur Begrenzung des Klimawandels?

    Vor einer Woche – am 26. Mai 2018 fand in Jena der Familien- und Umwelttag statt, auf dem das Klimanetz Jena und Umgebung und damit auch wir als Zukunftswerkstatt Jena in unserer Eigenschaft als Mitglied des Klimanetzes vertreten waren. Wir gestalten in jedem Jahr aus diesem Anlass ein Poster zu einem jeweils aktuellen Klima-Thema. Das Thema in diesem Jahr war die Elektromobilität. Das Poster kann an dieser Stelle heruntergeladen werden.

    Weitere Erläuterungen zu diesem Poster sind im Blog der Zukunftswerkstatt Jena verfügbar.

    Wen interessiert schon der Klima-Umbruch?

    Samstag, 31. März 2018

    In wenigen Wochen sitzen wir wieder in Jena bei einem "Vereins-, Umwelt und Radfahrtag" rum und warten auf interessierte Menschen, mit denen wir über die Veränderung des Klimas sprechen  können. Letztes Jahr lernten wir eine Frau kennen, deren afrikanischer Mann schon vor Jahrzehnten über die besondere Rolle der Frauen in prekären Umweltbedingungen berichtet hat. Jemand anders berichtete und über die gegenwärtige Situation, die sich so verschärft  hat, dass Mädchen kaum noch die Schule besuchen können, weil die Wege zu den nächsten Wasserquellen immer länger werden... 

    Wen dieses Thema nicht schon von vornherein interessierte, schaute konsequent weg und suchte mit den Kindern den nächsten Stand zum Gesichtsbemalen oder Bälle-Werfen... 

    Ja, es ist schon nicht einfach, zu diesem Thema ins Gespräch zu kommen, auch wenn man "zu den Leuten  hinkommt". Deshalb beschäftigen sich Leute mit dem Thema "Klimakommunikation" und geben  Ratschläge dazu. Z.B. hier:

    Ein interessantes Beispiel für musikalisch Interessierte ist die Umsetzung der Temperaturkurve der letzten Jahrzehnte in musikalische Töne:

    Tipps zu mehr oder weniger geeigneten Bildern zu Illustration des Klimwandels gibts hier:

    Bei diesem Thema wird es, wenn es ernst wird, auch unerwartete Allianzen geben (müssen), denn vor allem

    Diese düstere Vorausschau von 2009 scheint sich leider zu bestätigen...

    Klima- oder gesellschaftlicher Umbruch

    Sonntag, 5. November 2017

    Ein Vierteljahrhundert geht dieser Zirkus nun schon. Eine Umwelt- und Klimakonferenz jagt die nächste. Jetzt macht der Zirkus wieder mal in Deutschland halt, beim Bonner Klimagipfel 2017. Die Lage könnte nicht ernster sein. Gerade wurde mitgeteilt, dass im Jahr 2016 die CO2-Konzentration um 50 Prozent schneller stieg als im Schnitt der vergangenen 10 Jahre. Neben einem Einfluss durch den El Nino-Effekt sind dafür wieder menschliche Aktivitäten verantwortlich. Und das hat Folgen (WMO 2017). Die bisherigen Emissionen führen bereits zu einem deutlichen globalen durchschnittlichen Temperaturanstieg seit mindestens 40 Jahren: 

    Und in dem Vierteljahrhundert, seitdem Bemühungen um eine Reduzierung begonnen haben, wurde nur wenig erreicht. Der Anstieg überschreitet die damals prognostizierten pessimistischsten Szenarien. Dabei ist inzwischen bekannt, dass die Folgen einer globalen Erwärmung drastischer ausfallen, als noch gedacht wurde, als das 2-Grad-Ziel ausgerufen wurde. In Paris wurde deshalb anerkannt, dass der Temperaturanstieg bei unter 1,5 Grad gehalten werden müsse, um große Schäden zu verhindern. Davon sind wir weiter entfernt als je zuvor.

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    Klimawandel - aus zwei Perspektiven

    Donnerstag, 19. Oktober 2017

    Donald Trump meint, es gäbe keinen Klimawandel, nur Wetter. Was das Wetter der letzten Jahre für einen normalen Kleinbauern in Kenia bedeutet, das filmt er zum Teil selbst für die Dokumentation „Danke für den Regen“, die vorgestern abend in ARTE gezeigt wurde. Kisilu Musyas will sich mit seiner Familie und den Nachbarn einrichten auf die Veränderungen, initiiert das Pflanzen von Bäumen und vernachlässigt über seinen Touren in Nachbargemeinden sogar die Arbeit auf den eigenen Feldern. Viel Arbeit steckt in den Pflanzungen, jeder Kübel Wasser muss zu jedem Bäumchen und Pflänzchen geschleppt werden. Als endlich die Regenzeit naht, geht der begrüßte Regen in der Nacht in ein gewaltiges Gewitter über und am Morgen ist das Land überschwemmt und die Pflanzen sind weggespült. Wir kennen diese Regengüsse inzwischen auch, aber für niemanden sind sie so unheilvoll wie für diese armen Regionen. Wieviele Bäuerinnen und Bauern trifft es ähnlich hart wie Kisilu? Er jedenfalls bekommt die Gelegenheit, zum Klimagipfel nach Paris zu fahren und dort zu berichten von seinem Leben und seinem Kampf mit den Auswirkungen des Klimawandels. Dieser kleine Mann auf so einer großen Konferenz. Fast möchte man meinen, das würde eine Erfolgsgeschichte. Aber die Realität, die ist nicht so. Während die Großen sich streiten um eine Vereinbarung, läuft Kisilu durch die Kulissen und muss sich solche Sprüche wie von Trump anhören. Viel optimistischer wird’s nicht mehr. Zu Hause erzählt Kisilu seinen Nachbarinnen und Nachbarn, welche Probleme Menschen anderswo mit dem Klimawandel haben und organisiert weiter das Pflanzen von Bäumen.

    "Danke für den Regen" in der ARTE-Mediathek (bis 16. 11. 2017)

    Wie schnell der Klimawandel voranschreitet, sollte inzwischen auch zum Allgemeinwissen gehören, das wir nur allzugerne immer wieder verdrängen. Wirklich erschrocken sind wahrscheinlich die Wissenschaftler in den 90ern, als sie Filme und Daten zu sehen bekommen, die Geheimdienste seit Jahrzehnten vor allem über Zustand der Arktis unter Verschluss hielten. Es gab eine Zeit, in der das Ende des Kalten Krieges tatsächlich eine Tür öffnete hin zu einer Kooperation der früheren Feinde im Interesse des Erhalts einer lebenswerten Umwelt für alle Menschen. Al Gore, der später mit seinem Film „Eine unbequeme Wahrheit“ berühmt wurde, war auf die Idee gekommen, dass die Zeit gekommen sei, die Daten der Geheimdienste für eine wissenschaftliche Auswertung zur Verfügung zu stellen. Als ich die Reportage „Die Klima-Spione“ ansah, fühlte ich mich wie in eine andere Welt versetzt. Die früheren Gegner tun sich zusammen, um einer größeren Gefahr zu begegnen. Für einige Jahre, auf einem begrenzten, aber extrem wichtigen Bereich wurde dies ab 1995 Wirklichkeit. Im Projekt „Medea“ stellten US-amerikanische wie russische Geheimdienste und Arktisforscher ihre Daten für eine wissenschaftliche Auswertung zur Verfügung. Zum ersten Mal konnten die Spionagebilder aus verschiedenen Jahren zusammengesetzt werden zu einem Film, der das rasante Abschmelzen des Meereises im Arktisbereich zeigt. Und zum ersten Mal arbeiteten Wissenschaftler wie Geheimdienstmitarbeiter von früher verfeindeten Ländern fast freundschaftlich zusammen. Aber diese Zeit endete mit der Präsidentschaft von G.W. Bush und konnte später nur teilweise wieder belebt werden. Ein „Wimpernschlag in der Geschichte“ war die Welt so, wie sie hätte sein sollen, wenn alles gut werden soll.

    "Die Klima-Spione" in der ARTE-Mediathek (bis 16.12.2017)

    (Mehr zum Projekt Medea (Englisch): http://www.nopp.org/wp-content/uploads/2010/06/85.pdf)

    Bioökonomie - der alte neue Hype zur Rettung von Kapitalismus und Welt

    Mittwoch, 11. Oktober 2017
    Wir waren gestern abend bei einer Veranstaltung zum Thema

    Bioökonomie: Ökologische Modernisierung der imperialen Lebensweise?

    Diese Veranstaltung wurde ausgerichtet von der BMBF-Nachwuchsgruppe „Bioökonomie und Soziale Ungleichheiten“ an der Universität Jena. Bioökonomie „Bioökonomie“ ist ein neuer Hype, für den es seit 2009 von der OECD und seit 2012 auch von der EU ein Strategiepapier gibt. Mit ihm soll nun endlich die Wirtschaft gleichzeitig ökologisch werden und die ökologischen Probleme wirtschaftlich profitabel gelöst werden. Bioökonomie soll Antwort auf die drängendsten Fragen der Zeit „wie sie sich etwa im Klimawandel, dem Biodiversitätsverlust, der Nahrungsmittel-verknappung und der Ressourcenübernutzung (von Öl bis zu Agrarflächen) zeigen“ (Working Paper 1: 21.) geben. Dabei soll eine Win-Win-Situation geschaffen werden. In den OECD- und den EU-Papieren unterscheiden sich der Inhalt und die Orientierung:

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    Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl 2017

    Dienstag, 1. August 2017

    In einigen Wochen ist es wieder soweit: Die Bundestagswahl steht an. Nun ist in der Sommerpause der Wahlkampf noch nicht so richtig in Fahrt gekommen. Mir graut schon wieder davor, ganze Kolonnen nichtssagender Plakate entlang der Straßen und Wege ertragen zu müssen. Irgendwie komme ich mir dabei immer vor, als würden mich die werbenden Parteien mindestens für politisch naiv halten, wenn nicht gar für dumm.

    Energiepolitische Argumente - Hauptsache billig!!
    [copyright: sfv / mester]

    Da ich mich jedoch keineswegs für dumm oder naiv halte, schaue ich mir die Aussagen der Parteien, vor allem zu den mich bewegenden Zukunftsfragen Klima und Energie genau an. Der Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV) hat freundlicherweise diesbezügliche Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl 2017 zusammengestellt und den Parteien zwecks Beantwortung übermittelt. Die Fragen und die Antworten sind auf der Website des SFV veröffentlicht und ich kann allen interessierten Menschen nur empfehlen, sich die Antworten anzuschauen.

    Die Fragen und die zugehörigen Antworten sind jeweils einzeln so angeordnet, dass ein direkter Vergleich möglich ist. Am Ende der Seite sind die vollständigen Antworten auch als PDF-Dokument verfügbar. Viel Spaß.