KlimaNetz Region Jena

Sonntag, 4. Mai 2014

Was ist das KlimaNetz?

KlimaNetz Region Jena ist ein klimapolitisches Netzwerk engagierter BürgerInnen und VertreterInnen zivilgesellschaftlicher Organisationen aus Jena und Umgebung. Das Netzwerk wurde im Frühjahr 2008 gegründet. Das Anliegen des Netzwerkes ist es, auf lokaler Ebene Aktivitäten zu entfalten, die zur Verhinderung der drohenden Klimakatastrophe beitragen. Das nächste Treffen des KlimaNetzes Jena und Umgebung findet am Donnerstag, 13. Oktober 2016 um 19:00 Uhr im Hanfried statt.



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Zweifelhafte Urlaubsempfehlung

Mittwoch, 22. Juni 2016

Reklame für Flugurlaub

Gestern fiel mir in Jena an einer Haltestelle des Jenaer Nahverkehrs eine Werbung auf, die mich unwillkürlich an unsere letzte Runde im Klimanetz erinnerte: Die Reklame bezieht sich darauf, dass es doch denkbar einfach sei, den Urlaub in Spanien, genauer in Katalonien (vermutlich wegen des Reims) zu verbringen als zu Hause. Verwiesen wird dabei auf eine Website der „Mitteldeutsche Airport Holding“. Auf der Website fand ich u. a. den Text „Lassen Sie sich inspirieren und planen Sie Ihren nächsten Kurzurlaub.“ Hier wird also davon ausgegangen, dass Fliegen, auch für Kurzurlaube – also durchaus mehrmals im Jahr – etwas völlig normales, ja erstrebenswertes sei.

Was hat diese Reklame aber mit der letzten Klimanetz-Diskussion zu tun? – Nun, wir haben an jenem Abend darüber diskutiert, was man denn wirksam gegen den Klimawandel tun könne. Viele Möglichkeiten für ein das Klima wenig belastendes Verhalten wurden genannt. Allen Argumenten eigen war jedoch das Problem der fehlenden Wirkmächtigkeit. Was nützt es, wenn einige Menschen sich bemühen, ihre individuelle Lebensweise so zu ändern, dass es dem Klimawandel entgegen wirkt? Zum einen soll das nicht in Verzicht und Askese ausarten, zum anderen fehlt die Wirksamkeit, weil die große Mehrheit ihren Lebensstil nicht ändern wird und die gegenwärtige kapitalistische Wirtschaftsweise alles dafür unternimmt, dass sich das Konsumverhalten nicht nur nicht ändert, sondern immer noch mehr konsumiert wird. Die Rede war davon, dass es mehr Unternehmen geben müsse, die nicht nur nach maximalem Profit streben, sondern sich langfristig orientieren und nachhaltig wirtschaften. Auch müsse sich der „Markt beruhigen“. Das sei doch eine wirksame Orientierung.

Meines Erachtens ist diese Forderung weltfremd. Nicht der nach Profit strebende Unternehmer ist der Übeltäter, sondern das kapitalistische Wirtschaftssystem mit seinen je eigenen Strukturen als solches. Bringt ein Unternehmen am Ende keine hinreichende Rendite, wird es vom Markt verschwinden. Entweder wegen Insolvenz oder, falls noch etwas zu holen ist, wird es einfach von einem anderen Unternehmen geschluckt. Das nennt sich Konkurrenz, oder, euphemistisch „Wettbewerb“. Und, was den „beruhigten Markt“ angeht – auch das ist eine Illusion. Im Kapitalismus erzeugt jedes Unternehmen seine Produkte bzw. Dienstleistungen erst einmal ins Blaue hinein in der Erwartung, diese auf einem „Markt“ auch tatsächlich verkaufen zu können. Und zwar zwingend mit stetig wachsendem Erfolg. Und wenn der „Markt“ nicht willens ist, die Produkte und Dienstleitungen zu kaufen, dann muss er eben solange bearbeitet werden, bis er es denn in hinreichendem Maß tut. Dabei spielen Umweltfragen – Fliegen ist mit riesigem Abstand die klimaschädlichste Art der Mobilität – überhaupt keine Rolle. Genauso wenig wie die Einhaltung von sozialen Standards, beispielsweise bei der Produktion von Bekleidung in Fernost. Und hier schließt sich der Kreis zu der abgebildeten Werbung.

Fazit: Wollen wir wirklich dem Klimawandel begegnen, brauchen wir eine andere Lebensweise, eine andere Art der Produktion und Konsumtion der Dinge, die wir zu einem guten Leben benötigen. Die kapitalistische Produktions- und Konsumtionsweise ist die Ursache des Problems; ihre bloße Modifikation löst das Problem nicht.

Nach uns die Sintflut? Unwetter, Klimawandel und unangepasste Gesellschaft

Freitag, 3. Juni 2016

Es gießt wie aus Strömen. In unsrer Region braucht der Boden das sogar noch. Aber seit Tagen geistern Unwetterberichte durch die Medien. Das spielt sich nicht mehr ganz weit weg ab, sondern fast nebenan. Ich überlege automatisch: War ich in der Gegend schon mal, die da grad genannt wird? Habe ich Bekannte dort, ist jemand von den Freunden grad da unterwegs? Und die Toten waren Leute wie Du und ich, ich habe nicht nur schemenhafte Vorstellungen von ihnen. Es wird von „zerstörten Existenzen“ derer berichtet, die ihr Leben noch retten konnten. Nein, es geht uns nicht mehr gut. Das Elend ist nicht mehr weit weg. Die Einschläge, mit denen wir auch wir existenziell bedroht werden, kommen immer näher und sie werden immer häufiger.

Ist das nur Zufall oder schlägt da der Klimawandel zu? Müssen die Betroffen nun einfach nur tapfer weiter machen oder sollten wir alle darüber nachdenken, was an unserer Lebensweise mit dazu beiträgt, solch verheerende Unwetter zu erzeugen?

Mehr im "Philosophenstübchen"



Jenaer Umwelttag 2016

Samstag, 28. Mai 2016

Am 21. Mai 2016 fand in Jena der jährliche Umwelttag statt, an dem sich auch in diesem Jahr das Klimanetz mit einem kleinen Stand beteiligte. Erstmalig fand der Umwelttag gemeinsam mit dem Kinder- und Familienfest auf der Rasenmühleninsel statt. Bei angenehmem Wetter wurde die Rasenmühleninsel dann auch rege besucht – vor allem von jungen Familien mit Kindern aller Altersstufen.

Wie in den vergangenen Jahren, wurden auch in diesem Jahr wieder einige CO2-Fußabdrücke bestimmt. Am meisten überraschte die Gäste dabei der enorme Einfluss von Flugreisen, insbesondere Interkontinentalreisen, auf die persönliche CO2-Bilanz.

Klimanetz-Stand Umwelttag 2016

Wir hatten uns in diesem Jahr speziell mit dem Thema der vom Klimawandel angetriebenen Migration auseinandergesetzt und dazu ein Poster erarbeitet. Es zeigte sich jedoch bei einigen Diskussionen am Stand des Klimanetzes, dass die Problematik der Migration bezüglich ihrer Ursachen letztlich zu komplex ist, um sie auf einem Poster darstellen zu können. Denn die Folgen des Klimawandels sind immer nur ein Moment im Komplex der Ursachen, die letztlich zu einer Flüchtlingsbewegung führen. Der Beitrag von Annette „Migration und Flucht im Kapitalozän“ stellt den Ursachenkomplex der der Migrationsbewegungen ausführlicher dar. Neben dem bereits genannten Poster zu Fragen der Migration stehen an dieser Stelle auch die Poster der vergangenen Jahre zum Download zur Verfügung:

Warum eigentlich 2 Grad?

Donnerstag, 28. April 2016
Beim Treffen des Klimanetzes Jena am 26. April 2016 wurde die Frage diskutiert, wie sich die immer wieder zitierte "2-Grad-Grenze" begründet, um die sich die mittlere globale Temperatur der Erde gegenüber dem vorindustriellen Wert maximal erhöhen sollte, damit die Klimaveränderungen mit einer erträglichen Wahrscheinlichkeit behherschbar bleiben. Dazu ist hier ein PDF-Dokument verfügbar.

2015 war mit Abstand das wärmste Jahr

Montag, 25. Januar 2016

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat heute bestätigt: 2015 war mit Abstand das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

Die Vermutung wurde verschiedentlich bereits Ende des vergangenen Jahres geäußert, dass 2015 wohl das wärmste Jahr bezogen auf die mittlere globale Jahrestemperatur werden würde. Schließlich hatten damals schon etliche Monate dieses Jahres ihren jeweiligen Rekord gebrochen.

Bemerkenswert ist, dass 2015 nicht nur im Verhältnis zu anderen Jahren einen Rekord darstellt, sondern auch absolut:

  • Es ist das erste Mal seit Beginn der Aufzeichnungen, dass eine monatliche globale Mitteltemperatur mehr als 1 Grad über dem vorindustriellen Mittelwert lag.
  • Mit 0,14 Grad lag der Anstieg von einem Jahr zum anderen noch nie so hoch wie zwischen 2014 und 2015.
  • Mit Ausnahme des Januars (der achtwärmster jemals gemessener Monat) und des Aprils (drittwärmster jemals gemessener Monat) waren alle Monate die wärmsten jemals gemessenen. Damit wurde mit acht Monaten auch die längste bisher gemessene wärmste Periode registriert.

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„Paris Agreement“ – erfolgreicher Abschluss der Klimakonferenz in Paris

Sonntag, 13. Dezember 2015
Am 12. Dezember 2015 wurde in Paris mit der Zustimmung zum „Paris Agreement“ die Weltklimakonferenz 2015 beendet. Viele Kommentatoren begrüßten das als ein „historisches“ Ereignis. Tatsächlich ist der Abschluss dieses Vertrages eine diplomatische Meisterleistung, an der vor allem der französische Außenminister einen bedeutenden Anteil hat. Alle 195 an der Konferenz teilnehmenden Staaten bekennen sich darin verbal zur Notwendigkeit des Klimaschutzes und dazu, national geeignete Maßnahmen zur Umsetzung der beschlossenen Ziele zu ergreifen. Ein erster Überblick zeigt jedoch, dass die Ergebnisse im Detail jedoch differenziert und durchaus auch kritisch zu bewerten sind:

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Sind Erderwärmung und Klimawandel noch zu stoppen?

Samstag, 31. Oktober 2015

Wie der Titel dieses Beitrags war eine Informationsveranstaltung betitelt, die diese Woche in Jena stattfand. Eingeladen hatte das Europäische Informations-Zentrum in der Thüringer Staatskanzlei. Auf dem Aufsteller neben dem Rednerpult stand der Slogan „Reden Sie mit!“.

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„Laudato Si“ – die Enzyklika des Papstes: Diese Welt gehört uns allen

Donnerstag, 23. Juli 2015

Ende Juni veröffentlichte der Vatikan die Enzyklika des Papstes „Laudato Si“.

Die Enzyklika umfasst insgesamt 246 Einzelpunkte (Absätze), und ist damit viel zu umfangreich, um an dieser Stelle ausführlich dargestellt werden zu können. Im Kern geht es in einem ersten Abschnitt um die konkrete Darstellung der ökologischen Krise auf der Basis des aktuellen Standes der Wissenschaft. Darauf folgend wird versucht, die Ebene der Symptome zu verlassen und die tieferen Ursachen dieser Krise darzustellen. Auf dieser Basis wird aus christlicher Sicht eine Ökologie vorgeschlagen, „die in ihren verschiedenen Dimensionen den besonderen Ort des Menschen in dieser Welt und seine Beziehungen zu der ihn umgebenden Wirklichkeit einbezieht.“ (Abs. 15)

Die Enzyklika stellt die Position der katholischen Kirche zur Problematik des Klimawandels dar. Dabei wird der Problemkreis jedoch deutlich weiter gefasst: Als ein gesellschaftliches Problem, welches grundsätzlich den Umgang der Menschheit mit der Natur aber auch die Problematik der Armut und der ungleichen Verteilung von Gütern beinhaltet.

„Der Klimawandel ist ein globales Problem mit schwerwiegenden Umwelt-Aspekten und ernsten sozialen, wirtschaftlichen, distributiven und politischen Dimensionen; sie stellt eine der wichtigsten aktuellen Herausforderungen an die Menschheit dar.“ (Abs. 25)

Mehr dazu im Blog der Zukunftswerkstatt Jena.

Die Tage der kommenden „Allzeithochs“ – Klimawandel und Extreme Hitzetage

Freitag, 3. Juli 2015

Hitze Es ist heiß an diesem Wochenende. Nach einem recht kühlen Frühsommer knallt uns eine unerbittlich heiße Sonne in den Juli hinein. Jede Bewegung treibt den Schweiß hervor und vor dieser Hitze gibt es kaum Fluchtmöglichkeiten. Über 40° Celsius an mehreren Tagen hintereinander – die Reporter sprechen bereits vom „Allzeithoch“. Wissen die etwa schon, dass die Zeiten bald enden werden? Was wissen sie denn schon von „allen Zeiten“? Sie werden sich genau wie jene blamieren, die gleich zu Anfang des Jahrhunderts von „Jahrhundertfluten“ schwätzten.

Mehr im "Philosophenstuebchen"

Das Anthropozän und Planetare Grenzen

Samstag, 13. Juni 2015


Zu dem von der Zukunftswerkstatt Jena für den Umwelttag 2015 in Jena erarbeiteten Poster gibt es auch erklärende Texte zum Anthropozän und zu den Planetaren Grenzen.

Diese Texte sind Bestandteil der Arbeit an einem neuen "INFO", bei dem es um  neuen Inhalten zur Zukunft der Menschheit im weitesten Sinne geht.

Eine Präsentation gibt es inzwischen auch dazu.

Und es gibt eine Wiki-Seite für die weitere Arbeit an diesen Themen.




Jenaer Umwelttag 2015

Sonntag, 7. Juni 2015

Gemeinsam mit den Jenaer Radtag fand am 6. Juni 2015 der Jenaer Umwelttag statt. Neben einer Vielzahl anderer Veranstaltungen an diesem Wochenende engagierten sich an diesem Tag bei drückender Hitze auf einem Teil des Eichplatzes einige Jenaer Bürger für den Umwelschutz bzw. die Umweltbildung. Das Interesse der Jenaer Bevölkerung war eher gering. Trotzdem kam es, vor allem unter den Mitgestaltern des Umwelttages zu interessanten Diskussionen.

Am Stand des Klimanetzes Jena und Umgebung stellte die Zukuntfswerkstatt Jena ein aktuelles Poster zu den globalen Grenzen vor, welches nachstehend vom Blog der Zukunftswerkstatt Jena heruntergeladen werden kann. Die im vergagenen Jahr erstellten Poster zum 5. Schstandsbericht des IPCC, zu Fragen der Ernährung und zur 2000-W-Gesellschaft stehen an dieser Stelle ebenfalls zum Download zur Verfügung.

Jena nimmt seine Zukunft in den Blick

Sonntag, 3. Mai 2015

In den letzten April-Tagen fanden in Jena zwei Veranstaltungen mit explizit gewünschter Bürgerbeteiligung statt, die den Blick auf zukünftige Entwicklungen richten:

  • der erste Workshop zur Erarbeitung der „Leitlinien Mobilität in Jena 2030“ und
  • der zweite Workshop zum Klimaschutzkonzept der Stadt Jena.

Zum ersten Mobilitäts-Workshop gab es eine rege Beteiligung. An mehreren Tischen wurden die vorab erarbeiteten Thesen als Ergebnis der Auftaktveranstaltung [Download] rege diskutiert. Die weitere Diskussion ist über einen Blog möglich, wo zu den Thesen bereits mehrere Diskussionsbeiträge veröffentlicht sind. Die Vielfalt der Meinungen spiegelt sich auf dieser Seite wider.

Am zweiten Workshop zum Klimaschutzkonzept Jenas beteiligten sich zwar nicht ganz so viele Bürger, wie bei der Erarbeitung der Leitlinien Mobilität – die Diskussion jedoch war nicht minder interessant. So gab es beispielsweise die Forderung, bei der Entwicklung der Leitlinien zur Mobilität unbedingt die Sicht des Klimaschutzes zu beachten. In einer Diskussionsrunde ging es dabei explizit um die Idee der 2000-W-Gesellschaft und die Möglichkeiten, dies auch in das Jenaer Klimaschutzkonzept einzubringen. Die Ergebnisse werden demnächst an dieser Stelle veröffentlicht.

Jena auf dem Weg in die 2000-Watt-Gesellschaft?

Mittwoch, 12. November 2014
Heute fand eine Beratung des Beirats für die Lokale Agenda 21 statt. Dort wurden in einem Vortrag sowohl Informationen zur 2000-Watt-Gesellschaft gegeben, als auch Möglichkeiten vorgestellt, wie sich die Stadt an dieser Stelle langfristig einbringen kann. Seitens des Klimanetzes werden wir an diesem Thema dranbleiben.

Wie hängen EEG-Umlage und Strompreise zusammen?

Donnerstag, 22. Mai 2014
Die Zukunftswerkstatt Jena hat eine neue Dokumentation zur EEG-Umlage und dem Strompreiswachstum erarbeitet. Die Einzelkapitel können hier gelesen und kommentiert werden:

Der gesamte Beitrag kann auch als pdf-Datei heruntergeladen werden. 

Energiewende 2013

("Keine halben Sachen, Altmaier!
Wenn schon Energiewende, dann auch um 360°!!")

(Bildcopyright "copyright: sfv / mester")