KlimaNetz Region Jena

Sonntag, 4. Mai 2014

Was ist das KlimaNetz?

KlimaNetz Region Jena ist ein klimapolitisches Netzwerk engagierter BürgerInnen und VertreterInnen zivilgesellschaftlicher Organisationen aus Jena und Umgebung. Das Netzwerk wurde im Frühjahr 2008 gegründet. Das Anliegen des Netzwerkes ist es, auf lokaler Ebene Aktivitäten zu entfalten, die zur Verhinderung der drohenden Klimakatastrophe beitragen. Das nächste Treffen des KlimaNetzes Jena und Umgebung findet am Montag, 14. Mai 2018 um 18:00 Uhr im Ingenieurbüro für Umwelt- und Energietechnologie Dr. Dieter Achilles  in Burgau, Keßlerstraße 27 statt.



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Wen interessiert schon der Klima-Umbruch?

Samstag, 31. März 2018

In wenigen Wochen sitzen wir wieder in Jena bei einem "Vereins-, Umwelt und Radfahrtag" rum und warten auf interessierte Menschen, mit denen wir über die Veränderung des Klimas sprechen  können. Letztes Jahr lernten wir eine Frau kennen, deren afrikanischer Mann schon vor Jahrzehnten über die besondere Rolle der Frauen in prekären Umweltbedingungen berichtet hat. Jemand anders berichtete und über die gegenwärtige Situation, die sich so verschärft  hat, dass Mädchen kaum noch die Schule besuchen können, weil die Wege zu den nächsten Wasserquellen immer länger werden... 

Wen dieses Thema nicht schon von vornherein interessierte, schaute konsequent weg und suchte mit den Kindern den nächsten Stand zum Gesichtsbemalen oder Bälle-Werfen... 

Ja, es ist schon nicht einfach, zu diesem Thema ins Gespräch zu kommen, auch wenn man "zu den Leuten  hinkommt". Deshalb beschäftigen sich Leute mit dem Thema "Klimakommunikation" und geben  Ratschläge dazu. Z.B. hier:

Ein interessantes Beispiel für musikalisch Interessierte ist die Umsetzung der Temperaturkurve der letzten Jahrzehnte in musikalische Töne:

Tipps zu mehr oder weniger geeigneten Bildern zu Illustration des Klimwandels gibts hier:

Bei diesem Thema wird es, wenn es ernst wird, auch unerwartete Allianzen geben (müssen), denn vor allem

Diese düstere Vorausschau von 2009 scheint sich leider zu bestätigen...

Groko befeuert Klimawandel

Dienstag, 6. März 2018

Fernsehen bildet manchmal doch. Oder merkt man den Zusammenhang nicht? Gestern abend schaute ich eine schöne Dokumentation über die Ozeane der Erde (Titel: "Der Blaue Planet"). Gegen Ende der Sendung wurden auch das Sterben der Korallen gezeigt; ich habe zum ersten Mal gesehen, wie die farbigen Algen abgestoßen werden. Die übrig bleibenden Korallen-Polypen können später wieder durch Algen besiedelt werden, aber nur, wenn die Ursachen der Korallenbleiche verschwinden, sich die Weltmeere also nicht weiter erwärmen.

Heute dann kamen die Nachrichten mit der "guten" Botschaft, dass nach der Bereitschaft des grünen Staatssekretärs Baake, seinen Posten aufzugeben, weil er mit der Groko keinen Weg in eine einigermaßen aussichtsreiche Energiewende mehr sieht, die Aktienkurse von RWE und EON steigen. Na prima. In dieser Meldung wurde dies als gute Nachricht für die Aktionäre, die Firmen und natürlich die "Arbeitnehmer" dargestellt. Kann die Menschheit wirklich so blöd sein? Vielleicht bleibt dieses Zusammentreffen von Wissen über das Verhängis und Weigerung, es ernst zu nehmen, in den Archiven erhalten, so dass unsere Nachfahren nachlesen können, warum wir ihnen so ein schweres, kaum überlebensmögliches Erbe hinterlassen... Eine Zivilisation, die im vollen Wissen dessen, was sie da anstellt, trotzdem weiter macht, hat wohl wirklich nichts Besseres verdient! Schlimm genug, dass es zuerst Menschen, die nicht von der zerstörerischen Wirtschaftspolitik profitieren und unsere Nachkommen treffen wird, während wir so tun, als hätten wir nichts damit zu tun. Nach uns die Sündflut und der Klima-Umbruch...

Zwischen Lachen und Heulen... der Klimawandel

Samstag, 3. März 2018

Die Zeiten, in denen in den Medien verstärkt über den Klimawandel berichtet wurden, sind nach dem letzten Klima-Gipfel wieder vorbei. Es läuft alles wie immmer... Nicht wie immer war die Sendung "Die Anstalt" vom 27. Februar. Die wurde nämlich diesmal von der Mannschaft der "Enterprise" geentert, wobei vor allem Spock das, was wir auf der Erde gerade anrichten, mal nicht mehr "faszinierend" fand, sondern "tödlich". Wie kann man darüber noch Witze machen??? Das kann man sich noch ein Jahr lang anschauen in der Videothek des ZDF und sei hiermit nachdrücklich empfohlen: 


Unnormale Kältewelle?

Freitag, 2. März 2018

Ja, was denn nun? Auf der Website "wetter.de" lese ich, dass die letzten Wintertage eigentlich nur einen früher "typischen Winter" kurz wieder aufleben lassen. Trotzdem vermerkt auch dieser Bericht, dass der Klimawandel das Wetter schon verändert hat. Nämlich gerade dadurch, dass so etwas wie ein früher normaler Spätwinter so selten geworden ist. Vom Deutschen Wetterdienst kommt die dazu gehörige Grafik: 


Während also im Zeitraum zwischen 1961 und 1990 die mittleren Temperaturen in Deutschland im Februar noch winterlich waren und Mitte Februar sogar für einige Tage sanken (mit einer kalten Nordost-Strömung), verschwand seit 1991 dieses Temperaturtal und die Temperaturen schrauben sich bis Ende Februar viel schneller nach oben. Dass sich in diesem Jahr ein altes Muster wiederholt, kann aber keine Entwarnung signalisieren. Denn der Klima-Umbruch ist nicht nur mit einer langsamen Erwärmung verbunden, sondern verändert globale konkrete Wirkungsketten, die auf das Wetter einwirken. Stefan Rahmsdorf berichtet gerade davon, dass die Erwärmung der Arktis zu grundlegenden Veränderungen des sog. Jetstreams, eines Starkwindes um die Pole herum, führt, die normalerweise die kalten Luftmassen im Polarbereich festhalten. Durch die Erwärmung der Aktis ist jedoch die Temperaturdifferenz zwischen Pol und Rest der Welt nicht mehr so groß, wodurch dieser Jetstream destabilisiert wird und sog. "Polarwirbel" weiter nach Süden reichen. Diese Polarwirbel führen zu außergewöhnlichen Winter- und Schneephänomenen in südlichen Breiten. In den USA gab es dies in den letzten Jahren häufiger und diese Kältewellen werden ausgerechnet als Argument gegen den Klimawandel verwendet. Dass die "Rekordkälte in Nordamerika kein Widerspruch zum Klimawandel" ist, ergibt sich aus der Erklärung der Entstehung dieser Polarwirbel. So erträglich das alles noch ist - der Klima-Umbruch hat begonnen. Er wird die Zukunft mehr bestimmen als alles andere, was heute noch gehypt wird und was uns heute entweder von den Problemen ablenkt oder wovor wir uns heute fürchten...

Die „neue Normalität“ des Klima-Umbruchs

Dienstag, 19. Dezember 2017
Erinnert sich noch jemand an den Hurrican Harvey im August diesen Jahres? Da war doch irgendwas... weit weg für die meisten. Ganz weit weg von unserem Alltag, abgesehen von der erregten Berichterstattung über eine kurze Zeit.


(Joe Webb)

Die nun erfolgten wissenschaftlichen Auswertungen sind noch viel weiter weg. Sie sind zwar durch nur wenige Klicks im Internet erreichbar, aber wen interessieren sie schon? Für die Herbsttagung der Amerikanischen Geophysikalischen Vereinigung war die Auswertung der wissenschaftlichen Befunde zum Hurrican Harvey (vgl. auch jw vom 15.12.2017) ein Höhepunkt.

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Klima- oder gesellschaftlicher Umbruch

Sonntag, 5. November 2017

Ein Vierteljahrhundert geht dieser Zirkus nun schon. Eine Umwelt- und Klimakonferenz jagt die nächste. Jetzt macht der Zirkus wieder mal in Deutschland halt, beim Bonner Klimagipfel 2017. Die Lage könnte nicht ernster sein. Gerade wurde mitgeteilt, dass im Jahr 2016 die CO2-Konzentration um 50 Prozent schneller stieg als im Schnitt der vergangenen 10 Jahre. Neben einem Einfluss durch den El Nino-Effekt sind dafür wieder menschliche Aktivitäten verantwortlich. Und das hat Folgen (WMO 2017). Die bisherigen Emissionen führen bereits zu einem deutlichen globalen durchschnittlichen Temperaturanstieg seit mindestens 40 Jahren: 

Und in dem Vierteljahrhundert, seitdem Bemühungen um eine Reduzierung begonnen haben, wurde nur wenig erreicht. Der Anstieg überschreitet die damals prognostizierten pessimistischsten Szenarien. Dabei ist inzwischen bekannt, dass die Folgen einer globalen Erwärmung drastischer ausfallen, als noch gedacht wurde, als das 2-Grad-Ziel ausgerufen wurde. In Paris wurde deshalb anerkannt, dass der Temperaturanstieg bei unter 1,5 Grad gehalten werden müsse, um große Schäden zu verhindern. Davon sind wir weiter entfernt als je zuvor.

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Klimawandel - aus zwei Perspektiven

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Donald Trump meint, es gäbe keinen Klimawandel, nur Wetter. Was das Wetter der letzten Jahre für einen normalen Kleinbauern in Kenia bedeutet, das filmt er zum Teil selbst für die Dokumentation „Danke für den Regen“, die vorgestern abend in ARTE gezeigt wurde. Kisilu Musyas will sich mit seiner Familie und den Nachbarn einrichten auf die Veränderungen, initiiert das Pflanzen von Bäumen und vernachlässigt über seinen Touren in Nachbargemeinden sogar die Arbeit auf den eigenen Feldern. Viel Arbeit steckt in den Pflanzungen, jeder Kübel Wasser muss zu jedem Bäumchen und Pflänzchen geschleppt werden. Als endlich die Regenzeit naht, geht der begrüßte Regen in der Nacht in ein gewaltiges Gewitter über und am Morgen ist das Land überschwemmt und die Pflanzen sind weggespült. Wir kennen diese Regengüsse inzwischen auch, aber für niemanden sind sie so unheilvoll wie für diese armen Regionen. Wieviele Bäuerinnen und Bauern trifft es ähnlich hart wie Kisilu? Er jedenfalls bekommt die Gelegenheit, zum Klimagipfel nach Paris zu fahren und dort zu berichten von seinem Leben und seinem Kampf mit den Auswirkungen des Klimawandels. Dieser kleine Mann auf so einer großen Konferenz. Fast möchte man meinen, das würde eine Erfolgsgeschichte. Aber die Realität, die ist nicht so. Während die Großen sich streiten um eine Vereinbarung, läuft Kisilu durch die Kulissen und muss sich solche Sprüche wie von Trump anhören. Viel optimistischer wird’s nicht mehr. Zu Hause erzählt Kisilu seinen Nachbarinnen und Nachbarn, welche Probleme Menschen anderswo mit dem Klimawandel haben und organisiert weiter das Pflanzen von Bäumen.

"Danke für den Regen" in der ARTE-Mediathek (bis 16. 11. 2017)

Wie schnell der Klimawandel voranschreitet, sollte inzwischen auch zum Allgemeinwissen gehören, das wir nur allzugerne immer wieder verdrängen. Wirklich erschrocken sind wahrscheinlich die Wissenschaftler in den 90ern, als sie Filme und Daten zu sehen bekommen, die Geheimdienste seit Jahrzehnten vor allem über Zustand der Arktis unter Verschluss hielten. Es gab eine Zeit, in der das Ende des Kalten Krieges tatsächlich eine Tür öffnete hin zu einer Kooperation der früheren Feinde im Interesse des Erhalts einer lebenswerten Umwelt für alle Menschen. Al Gore, der später mit seinem Film „Eine unbequeme Wahrheit“ berühmt wurde, war auf die Idee gekommen, dass die Zeit gekommen sei, die Daten der Geheimdienste für eine wissenschaftliche Auswertung zur Verfügung zu stellen. Als ich die Reportage „Die Klima-Spione“ ansah, fühlte ich mich wie in eine andere Welt versetzt. Die früheren Gegner tun sich zusammen, um einer größeren Gefahr zu begegnen. Für einige Jahre, auf einem begrenzten, aber extrem wichtigen Bereich wurde dies ab 1995 Wirklichkeit. Im Projekt „Medea“ stellten US-amerikanische wie russische Geheimdienste und Arktisforscher ihre Daten für eine wissenschaftliche Auswertung zur Verfügung. Zum ersten Mal konnten die Spionagebilder aus verschiedenen Jahren zusammengesetzt werden zu einem Film, der das rasante Abschmelzen des Meereises im Arktisbereich zeigt. Und zum ersten Mal arbeiteten Wissenschaftler wie Geheimdienstmitarbeiter von früher verfeindeten Ländern fast freundschaftlich zusammen. Aber diese Zeit endete mit der Präsidentschaft von G.W. Bush und konnte später nur teilweise wieder belebt werden. Ein „Wimpernschlag in der Geschichte“ war die Welt so, wie sie hätte sein sollen, wenn alles gut werden soll.

"Die Klima-Spione" in der ARTE-Mediathek (bis 16.12.2017)

(Mehr zum Projekt Medea (Englisch): http://www.nopp.org/wp-content/uploads/2010/06/85.pdf)

Bioökonomie - der alte neue Hype zur Rettung von Kapitalismus und Welt

Mittwoch, 11. Oktober 2017
Wir waren gestern abend bei einer Veranstaltung zum Thema

Bioökonomie: Ökologische Modernisierung der imperialen Lebensweise?

Diese Veranstaltung wurde ausgerichtet von der BMBF-Nachwuchsgruppe „Bioökonomie und Soziale Ungleichheiten“ an der Universität Jena. Bioökonomie „Bioökonomie“ ist ein neuer Hype, für den es seit 2009 von der OECD und seit 2012 auch von der EU ein Strategiepapier gibt. Mit ihm soll nun endlich die Wirtschaft gleichzeitig ökologisch werden und die ökologischen Probleme wirtschaftlich profitabel gelöst werden. Bioökonomie soll Antwort auf die drängendsten Fragen der Zeit „wie sie sich etwa im Klimawandel, dem Biodiversitätsverlust, der Nahrungsmittel-verknappung und der Ressourcenübernutzung (von Öl bis zu Agrarflächen) zeigen“ (Working Paper 1: 21.) geben. Dabei soll eine Win-Win-Situation geschaffen werden. In den OECD- und den EU-Papieren unterscheiden sich der Inhalt und die Orientierung:

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So heiß...

Donnerstag, 6. Juli 2017
So besonders heiß hab ich den Juni noch gar nicht empfunden - es kamen immer wieder abkühlende Gewitter und Tiefdruckgebiete. Aber mal ehrlich, ist dieser Wechsel von Hitzerekorden und Rekordunwettern noch normal? Wir werden uns nach und nach an veränderte Wetterlagen gewöhnen, in 10 Jahren weiß kaum noch jemand, wie "langweilig" normal das Wetter früher mal war. Höchstens die Versicherungsstatistiken zeigen die  Veränderungen. Und dass man viel stärker darauf achtet, ob das eigene Haus, die eigene Wohnung, das Dach oder der Baum vorm Haus auch wirklich sicher sind...

Wer kein Auto mit Klimaanlage hat (wie ich bis vor zwei Jahren), hat einfach Pech und auch sonst muss man sich nur auf die Hitze einstellen. Ventilatoren, Klimaanlagen; vielleicht lernen wir auch die Häuser so zu bauen wie am Mittelmeer. Leider ist nicht zu erwarten, dass sich die Arbeitswelt auf die Kultur der Siesta einstellt. Da müssen wir irgendwie durch...

An den wechselnden Wetterlagen sehen wir schon, dass es nicht einfach nur ein wenig wärmer wird (1,4 Grad, um die es durchschnittlich in Deutschland wärmer ist als vor der Industrialisierung, merkt man ja normalerweise kaum). Aber eine Animation auf der Webseite www.wetter.de zeigt, wieso mit der Erhöhung der Durchschnittstemperatur die Wetterextreme auf der heißen Seite zunehmen:

 Eine weitere Animation auf dieser Website zeigt die Veränderungen des Eises in der Arktis. Es wird nicht nur weniger, sondern das Eis überlebt nicht so lange in der Arktis und ist deshalb nicht mehr so dick wie früher:

Ich hatte in der letzten Zeit einiges zusammen getragen über die Veränderungen, die uns und unsere unmittelbaren Nachkommen in den nächsten Jahrzehnten erwarten. Aus Erfahrungen zu lernen, d.h. auf die deutlich erlebbaren Folgen zu warten vor einem Umsteuern in der Energie-, Wirtschaftspolitik und der Veränderung unserer Lebensweise, wird nicht ausreichen. Das führt dazu, dass bis dahin immer mehr Treibhausgase, wovon Kohlendioxid über 100 Jahre in der Atmosphäre bleibt, ausgestoßen werden und dass einige Kipp-Elemente bereits gekippt sein werden, so dass das Weltklima sich nicht nur gemächlich wandeln wird, sondern innerhalb von Jahrzehnten deutliche Umbrüche zu erwarten sind, die u.a. die Landwirtschaft und globale Transportwege beeinträchtigen werden. Hier ist die Anwendung des Vorsorgeprinzips unabdingbar.

Das ist eigentlich alles seit 1990 bekannt. Damals wurde vorgeschlagen, spätestens ab 1995 mit einem radikalen Richtungswechsel beim Ausstoß der Treibhausgase zu beginnen (siehe die Bilder in meinem Blogbeitrag dazu). Das Papier ist geduldig. Der Klima-Umbruch wird es nicht sein. Je später wir "in den Knick" der Umkehr des Treibhausgasausstoßes kommen, desto radikaler muss er ausfallen, wenn wir bestimmte Schwellwerte und damit Kipp-Elemente nicht überschreiten wollen. Das Jahr 2020 ist ein weiteres Jahr, von dem gehofft wird, dass es den Abknickpunkt unserer Emissionen bezeichnet.

Klimaforscher haben nun in einem offenen Brief darauf aufmerksam gemacht, dass es nur noch drei Jahre sind bis dahin! wetter.de schreibt dazu:

"Wenn spätestens ab 2020 der Ausstoß peu a peu gesenkt wird, wird die globale Temperatur wahrscheinlich nicht die Schwelle übertreten, hinter der es für den Klimawandel kein Halten mehr gibt."

Die Wissenschaftler schlagen auch einen 6-Punkte-Plan vor, dessen Erfüllung mit großer Wahrscheinlichkeit die Temperaturziele von Paris noch einhalten könnte:

  1. Erneuerbare Energien sollten mindestens 30 Prozent des Strombedarfs der Welt abdecken (gegenüber 23,7 Prozent im Jahr 2015). Nach 2020 dürften keine neuen Kohlekraftwerke mehr genehmigt werden, bestehende müssten auslaufen.
  2. Städte und Regionen sollen Aktionspläne starten, um Gebäude und Infrastruktur bis 2050 ohne Kohle zu betreiben. Jedes Jahr müssten Städte mindestens drei Prozent ihrer Gebäude so modernisieren, dass sie keine oder fast keine Emissionen erzeugen.
  3. Elektroautos müssten bis 2020 mindestens 15 Prozent der globalen Verkäufe ausmachen (heute knapp ein Prozent für E-Autos oder Plugin-Hybride). Es brauche Zusagen, die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs zu verdoppeln, die Kraftstoffeffizienz von Lastwagen um 20 Prozent zu steigern und im Luftverkehr 20 Prozent weniger Treibhausgase pro Kilometer auszustoßen.
  4. Statt Wälder weiter zu zerstören, müsse es Aufforstung geben. Die Netto-Emissionen durch Rodung und Landnutzung müssten im nächsten Jahrzehnt gestoppt werden.
  5. Die Schwerindustrie müsse Pläne mit dem Ziel vorlegen, ihre Effizienz zu verbessern und Emissionen weit vor 2050 zu halbieren.
  6. Die Finanzwirtschaft sollte Kapitalflüsse überdenken und bis 2020 mindestens eine Billion US-Dollar pro Jahr für den Klimaschutz mobilisieren - hauptsächlich aus dem privaten Sektor. Regierung, Banken und Kreditgeber wie die Weltbank müssen mehr «grüne Anleihen» auflegen, um den Markt von 81 Milliarden US-Dollar 2016 zu verzehnfachen.

Wie wahrscheinlich ist das, wenn derzeit Menschen, die so etwas fordern, von der Polizei zusammengedroschen werden, während die führenden Politiker dieser Welt in Hamburg gerade das Gegenteil solch vernünftiger Politik diskutieren, nämlich eine weitere Entfesselung der profitablen kapitalistischen Wirtschaft auf dem ganzen Planeten?

"Nachhaltige Begegnungen" in Schlöben

Samstag, 22. Oktober 2016

Im Bioenergiedorf Schlöben findet ab Herbst 2016 eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel  "Nachhaltige Begegnungen" statt. Sie wird  eröffnet am 2. November 19 Uhr durch den Bürgermeister der Gemeinde Hans-Peter Perschke. 

An 8. Dezember geht es weiter mit dem Vortrag "Planetare Grenzen" von Annette Schlemm vom Klimanetz Jena und Umgebung.  

 Aus dem Einladungstext:

Die wirtschaftlichen Aktivitäten auf unserem Planeten überschreiten nicht nur mengenmäßige „Grenzen des Wachstums“, sondern zerstören vor allem Selbstregulierungsprozesse vieler geologischer, klimatischer und ökologischer Netzwerke. Ein neues Konzept versucht, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse über diese komplexen und nichtlinear ablaufenden Prozesse zusammenzuführen: Das Konzept der „Planetaren Grenzen“. Leider ist es noch längst nicht so bekannt wie die „Grenzen des Wachstums“, obwohl es mindestens ebenso brisant und grundlegend für eine Einschätzung der Sachlage ist. Der Vortrag von der Physikerin und Philosophin A. Schlemm aus Milda wird dieses Konzept, das unsere Kämpfe um eine lebenswerte Welt in den nächsten Jahrzehnten begleiten wird, vorstellen.

Nach uns die Sintflut? Unwetter, Klimawandel und unangepasste Gesellschaft

Freitag, 3. Juni 2016

Es gießt wie aus Strömen. In unsrer Region braucht der Boden das sogar noch. Aber seit Tagen geistern Unwetterberichte durch die Medien. Das spielt sich nicht mehr ganz weit weg ab, sondern fast nebenan. Ich überlege automatisch: War ich in der Gegend schon mal, die da grad genannt wird? Habe ich Bekannte dort, ist jemand von den Freunden grad da unterwegs? Und die Toten waren Leute wie Du und ich, ich habe nicht nur schemenhafte Vorstellungen von ihnen. Es wird von „zerstörten Existenzen“ derer berichtet, die ihr Leben noch retten konnten. Nein, es geht uns nicht mehr gut. Das Elend ist nicht mehr weit weg. Die Einschläge, mit denen wir auch wir existenziell bedroht werden, kommen immer näher und sie werden immer häufiger.

Ist das nur Zufall oder schlägt da der Klimawandel zu? Müssen die Betroffen nun einfach nur tapfer weiter machen oder sollten wir alle darüber nachdenken, was an unserer Lebensweise mit dazu beiträgt, solch verheerende Unwetter zu erzeugen?

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Jenaer Umwelttag 2016

Samstag, 28. Mai 2016

Am 21. Mai 2016 fand in Jena der jährliche Umwelttag statt, an dem sich auch in diesem Jahr das Klimanetz mit einem kleinen Stand beteiligte. Erstmalig fand der Umwelttag gemeinsam mit dem Kinder- und Familienfest auf der Rasenmühleninsel statt. Bei angenehmem Wetter wurde die Rasenmühleninsel dann auch rege besucht – vor allem von jungen Familien mit Kindern aller Altersstufen.

Wie in den vergangenen Jahren, wurden auch in diesem Jahr wieder einige CO2-Fußabdrücke bestimmt. Am meisten überraschte die Gäste dabei der enorme Einfluss von Flugreisen, insbesondere Interkontinentalreisen, auf die persönliche CO2-Bilanz.

Klimanetz-Stand Umwelttag 2016

Wir hatten uns in diesem Jahr speziell mit dem Thema der vom Klimawandel angetriebenen Migration auseinandergesetzt und dazu ein Poster erarbeitet. Es zeigte sich jedoch bei einigen Diskussionen am Stand des Klimanetzes, dass die Problematik der Migration bezüglich ihrer Ursachen letztlich zu komplex ist, um sie auf einem Poster darstellen zu können. Denn die Folgen des Klimawandels sind immer nur ein Moment im Komplex der Ursachen, die letztlich zu einer Flüchtlingsbewegung führen. Der Beitrag von Annette „Migration und Flucht im Kapitalozän“ stellt den Ursachenkomplex der der Migrationsbewegungen ausführlicher dar. Neben dem bereits genannten Poster zu Fragen der Migration stehen an dieser Stelle auch die Poster der vergangenen Jahre zum Download zur Verfügung:

Sind Erderwärmung und Klimawandel noch zu stoppen?

Samstag, 31. Oktober 2015

Wie der Titel dieses Beitrags war eine Informationsveranstaltung betitelt, die diese Woche in Jena stattfand. Eingeladen hatte das Europäische Informations-Zentrum in der Thüringer Staatskanzlei. Auf dem Aufsteller neben dem Rednerpult stand der Slogan „Reden Sie mit!“.

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Die Tage der kommenden „Allzeithochs“ – Klimawandel und Extreme Hitzetage

Freitag, 3. Juli 2015

Hitze Es ist heiß an diesem Wochenende. Nach einem recht kühlen Frühsommer knallt uns eine unerbittlich heiße Sonne in den Juli hinein. Jede Bewegung treibt den Schweiß hervor und vor dieser Hitze gibt es kaum Fluchtmöglichkeiten. Über 40° Celsius an mehreren Tagen hintereinander – die Reporter sprechen bereits vom „Allzeithoch“. Wissen die etwa schon, dass die Zeiten bald enden werden? Was wissen sie denn schon von „allen Zeiten“? Sie werden sich genau wie jene blamieren, die gleich zu Anfang des Jahrhunderts von „Jahrhundertfluten“ schwätzten.

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