KlimaNetz Region Jena

Freitag, 24. April 2020

Was ist das KlimaNetz?

KlimaNetz Region Jena ist ein klimapolitisches Netzwerk engagierter BürgerInnen und VertreterInnen zivilgesellschaftlicher Organisationen aus Jena und Umgebung. Das Netzwerk wurde im Frühjahr 2008 gegründet. Das Anliegen des Netzwerkes ist es, auf lokaler Ebene Aktivitäten zu entfalten, die zur Verhinderung der drohenden Klimakatastrophe beitragen. Das nächste Treffen des KlimaNetzes Jena und Umgebung ist wegen der Corona-Epidemie unbestimmt - wir informieren hier, sobald ein neuer Termin bekannt ist.



"KlimaNetz Region Jena" vollständig lesen

Termine, Termine, Termine... - und Dokumente zum Download

Freitag, 24. April 2020

Damit die Terminliste nicht immer weiter nach unten rutscht und wichtige Dokumente schnell verfügbar sind, gibts hier Links auf


Stadtverwaltung Jena bleibt bei Maßnahmen gegen den Klimawandel weit unter ihren Möglichkeiten

Freitag, 5. Juni 2020
Der Entwurf des "Leitbilds Energie und Klimaschutz 2021-2030 für Jena", den der Klimaschutz-Beirat erarbeitet hatte, wurde von der Stadtverwaltung vor der Übergabe an die Beschlussfassung im Stadtrat in seinen Bemühungen deutlich abgeschwächt. Besonders die Vertreter*innen des Runden Tisches Klima und Umwelt, der nach der Ausrufung des Klima-Notstandes für Jena gegründet wurde, um diesem Notstand begegnen zu können, sind darüber mehr als enttäuscht. Von den ParentsForFuture Jena gibt es eine Pressemitteilung:

5. Juni 2020

Pressemitteilung der ParentsForFuture Jena Stadtverwaltung Jena bleibt bei Maßnahmen gegen den Klimawandel weit unter ihren Möglichkeiten

Der Klimaschutz-Beirat hatte Ende Januar einen Entwurf des "Leitbilds Energie und Klimaschutz 2021-2030 für Jena" beschlossen und der Stadtverwaltung übergeben. Nun nach vier Monaten hat die Stadtverwaltung den Entwurf verändert und zur Beschlussfassung im Stadtrat auf den Weg gebracht.

Die Ziele sind in der neuen Fassung jedoch stark abgeschwächt. So forderte beispielsweise der Klimaschutz-Beirat eine Senkung der bei der Wärmeversorgung der Jenaer Haushalte und des Kleingewerbes entstehenden CO2-Emissionen um 30 % gegenüber dem Wert des Jahres 2017. Dazu gab es auch konkrete Vorschläge, wie dieses Ziel zu erreichen sei.

Die Stadtverwaltung plant dagegen in diesem wichtigen Bereich nur noch mit einer Reduktion um 15 %. Um das „Leitbild Energie- und Klimaschutz“ für die kommende Dekade am Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 auszurichten, wie es der Stadtrat am 4. September 2019 beschlossen hat, müssten also in anderen Bereichen entsprechend deutlich mehr Emissionen eingespart werden. Das ist bisher nicht zu erkennen.

Die Stadt Jena verfehlt damit nicht nur ihre bisherigen Beschlüsse, sie bleibt auch weit unter ihren Möglichkeiten. Gleichzeitig verpasst sie die Chance, in den nächsten 10 Jahren Entwicklungen und Investitionen anzustoßen, die für das langfristige Ziel – netto-Null CO2-Emissionen bis 2050 – unabdingbar wären. Warum die Stadt Jena die eigenen Ziele schon vor dem Start halbieren will, bleibt unklar. Natürlich müssen konkrete Klimaschutzmaßnahmen wirksam, technisch umsetzbar und finanzierbar sein. Aber Mutlosigkeit allein ist kein Argument.

Wir als ParentsForFuture-Ortsgruppe Jena müssen leider feststellen, dass die Stadtverwaltung nicht bereit ist, der Klimakrise mit höchster Priorität zu begegnen, wie es der Stadtrat auf Drängen der FridaysForFuture vor 9 Monaten beschlossen hatte.

ParentsForFuture, Ortsgruppe Jena
Janka Vogel
janka.vogel@gmx.de

Klimastreiken trotz Corona: am 24. April!

Montag, 20. April 2020
Von wegen, streiken ginge nicht in Corona-Zeiten. Die Bewegung Fridays For Future ruft für den 24. April zu einem "Netzstreik" auf. Das heißt: öffentlich Farbe bekennen mit Plakaten, Fahnen, Kreideschrift etc., davon möglichst ein Bild machen und hochladen, außerdem die Forderungen von FFF unterstützen auf ihrer entsprechenden Webseite.

Netzstreik fürs Klima

Für Jena wurden auch Flyer erstellt, die gerne ausgedruckt und überall ausgelegt werden können, wo mensch in den nächsten Tagen im real life noch vorbeikommt.

Flyer für den Klimastreik am 24. April und darüber hinaus...

Bäume statt Böller

Mittwoch, 25. Dezember 2019

Die Parents For Future Jena haben eine Initiative gestartet: Verzichten wir doch auf die feinstaubschleudernden Böller und unterstützen statt dessen ein Baumpflanzungsprogramm:  

Umgang mit Leugner:innen der Klimakrise

Montag, 2. Dezember 2019
Robert von der Initiative Fridays For Future in Jena stellt sein Skript zur Verfügung für

einen Workshop zum Umgang mit Leugner:innen der Klimakrise

Dankeschön!

Klimawandel in Deutschland

Dienstag, 26. November 2019

Vom Umweltbundesamt wurde ein neuer Monitoringbericht zu den Folgen der globalen Erderwärmung in Deutschland veröffentlicht. Er kann online abgerufen werden. Für Deutschland sehen die vom Logo der "Scientists For Future" bekannten Streifen so aus (S. 7):

"Das Jahresmittel der Lufttemperatur ist im Flächenmittel von Deutschland von 1881 bis 2018 statistisch gesichert um 1,5 °C angestiegen" (19), das sind 0,5 Grad mehr als als der globale Anstieg im gleichen Zeitraum. Im Diagramm dargestellt sieht die Entwicklung der Temperatur (im Vergleich zu den globalen Werten) so aus (19):


In meinem Blog verdeutliche ich einige Ergebnisse dieses Berichts.

Einladung zur Climate Public School

Montag, 25. November 2019
Diese Woche findet in vielen Hoch- und Fachschulen die "Climate Public School" statt. Statt ganz normal für die berufliche Zukunft im real existierenden Kapitalismus zu büffeln, wollen Studierende sich diesmal Fragen widmen, die da keine Rolle spielen, für sie aber existenziell wichtig sind oder in ihrer Lebenszeit wahrscheinlich noch werden. Deshalb rufen die Students for Future zur Beteiligung an dieser "Climate Public School" auf - auch die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen.

Für Jena kann das Programmheft hier aufgerufen werden. Reiner und ich von der Zukunftswerkstatt Jena gestalten einen Workshop am Mittwoch, 27.11. ab 18 Uhr im Hörsaal 5.

Vielleicht sehen wir uns ja da...

Vortrag zu naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels

Donnerstag, 17. Oktober 2019

Am Dienstag trug Ralf Carl von der AG Bildung der Ortsgruppe Jena der Bewegung "Extinction Rebellion" (XR) vor Studierenden der Uni Jena über die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels vor.

Die Folien des Vortrags sind hier veröffentlicht.

Klimanotstand in Jena

Donnerstag, 5. September 2019

Diesmal hat es geklappt. Mit 25 gegen 15 Stimmen und einer Enthaltung beschloss der Stadtrat den "Klimanotstand" für Jena. Gerade ist es nicht mehr so heiß und auch die Dürrefolgen liegen für die Normalbürger*innen im kaum wahrnehmbaren Bereich. Was wird sich nun für Jena ändern? Bleibt es bei bloßer "Symbolpolitik", wie der Oberbürgermeister kritisierte? Was ändert sich, wenn alle Stadtratsbeschlüsse einem Klimacheck unterzogen werden?

Wie wird es aussehen, wenn eine Großstadt wie Jena "Der Klimakrise mit höchster Priorität" begegnet, wie beschlossen? Wir werden das Argument des Oberbürgermeisters ernst nehmen und darauf achten, dass es nicht Symbolpolitik bleibt und dass es nicht ein "Beschluss ohne Konsequenzen" bleibt, wie der Channel "jezt.de" titelte. Die neuen Gremien (Erweiterung des Stadtentwicklungsausschusses um die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit, Klimaschutzbeirat, kommunale Klimaschutzkoordinierungsstelle) werden durch Klima-Aktivist*innen unterstützt. Ob das reicht? FridaysForFuture und seine Unterstützer*innen, auch das Klimanetz Jena sowie die Ortsgruppe Jena von Extinction Rebellion werden mit Nachdruck auf das Überschreiten der symbolischen Ebene und auf Konsequenzen pochen. Zuerst einmal wird es wohl weiter darum gehen, auch andere Menschen davon zu überzeugen, wie ernst die Lage ist, auch wenn wir es nicht jede Woche und zu jeder Jahreszeit selbst direkt zu spüren bekommen. Eine Studie der R&V-Versicherung befragte 2400 Deutsche über ihre Ängste. In den Top Ten war der Klimawandel noch nicht mal drin, sondern die meisten Deutschen haben Angst vor der "Überforderung des Staates durch Flüchtlinge" und "Spannungen durch den Zuzug von Ausländern". Fast die Hälfte aller Befragten fürchtet auch die "Überforderung der Politiker". Da mögen sie Recht haben: Es wird nicht reichen, die Verantwortung für den Klima-Umbruch an die Politiker weiter zu reichen. Es ist unser Lebensstil und die von uns praktizierte Wirtschaftsweise, die die Umwelt überfordern und das ist nicht nur eine individuelle Frage, sondern eine systemische. Und das "System" wiederum muss von uns grundlegend umgestaltet werden. Diesmal haben wir (im Unterschied zur "Wende" 1989/90) dafür kein einfaches Vorbild, die Alternative liegt nicht einfach hinter der Mauer, sondern wir selbst müssen, wir selbst können sie entwickeln. Die Bewegung XR ruft deshalb zu Bürger*innenversammlungen auf und in Jena finden noch an drei Sonntagen die von den ParentsForFuture Jena organisierten Klima-Picknicks auf dem Markt statt (auch andere aktuelle Klima-Termine für Jena beim Klimanetz):

  • Sonntag, 06.10.2019 ab 11 Uhr auf dem Marktplatz
  • Sonntag, 03.11.2019 ab 11 Uhr auf dem Marktplatz
  • Sonntag, 01.12.2019 ab 11 Uhr auf dem Marktplatz

Hier finden offene Gespräche - bei Kaffee und anderem Mitgebrachten - mit Interessierten statt. Damit es nicht bloß bei Symbolpolitik bleibt!   

Vorträge über Planetare Belastungsgrenzen

Dienstag, 27. August 2019

Reiner Nebelung und Annette Schlemm haben einen Vortrag im Klimapavillon Jena gehalten. Es gab dabei und danach interessante Diskussionen, vor allem zum Thema eines eventuell nötigen Verzichts. Die Folien des Vortrags können bei Slideshare abgerufen werden:


Eine andere (deutlich längere) Version des Vortrags, die Annette Schlemm bei einem dreistündigen Workshop in einer Schule vorigen Freitag verwendet hat, gibt es ebenfalls online:

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Aktion von Extinction Rebellion in Jena

Mittwoch, 21. August 2019

Gestern fanden sich in Jena Aktivist*innen aus Jena und anderen thüringer Orten zusammen, um mit einer Aktion auf die dramatischen Gefahren aufmerksam zu machen, die unsere Lebens- und Wirtschaftsweise mit sich bringt.

Eine große Rolle spielt dabei der Verkehr. Ein Fünftel der Kohlendioxidemissionen in Deutschland entstehen im Verkehr. Ausgerechnet im Verkehrsbereich konnten bisher die Emissionen nicht gesenkt werden, seit 2013 steigen sie sogar noch an. Auch für Jena verzeichnet der "Bericht zur Umsetzung des Leitbildes Energie und Klimaschutz und des Energiekonzepts der Stadt Jena" eine Zunahme der CO2-Emissionen durch den Verkehr (von ca. 125 Tausend Tonnen auf über 165 Tausend Tonnen seit 2004/5). Der Anteil des Verkehrs an den O2-Emissionen der Stadt stieg von 17,2% im Jahr 2004/2005 auf 31,4 % im Jahr 2017. Der relative Anteil stieg vor allem dadurch, dass im Strombereich sich die Zusammensetzung geändert hat (und die Jenaer Stadwerke "grünen Strom" einkaufen). Aber beim Verkehr stieg auch der absolute Anteil. Und obwohl hier die Kraftstoffverbräuche pro Stecke sinken, wird dieser Effekt durch wachsende Kfz-Zulassungen überkompensiert. Einigen Kfz-Fahrer*innen zeigten die Aktivist*innen gestern auf, dass dieser Trend nicht mehr hingenommen werden kann. Auf einem der Banner stand z.B. "Autos fügen Ihnen und den Menschen ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu". Zwei Ampelübergänge wurden zweitweise mit Zebrastreifen belegt und während der Grünphase für die Autos blockiert. Für die genervten Autofahrer*innen gabs Kekse und, wenn gewünscht, auch Informationen. Extinction Rebellion (XR) ist eine Klima-Bewegung, die parallel mit der Bewegung FridaysForFuture von Großbritannien ausgehend derzeit in vielen Ländern aktiv ist. Sie setzt sich dafür ein, dass die ganze Wahrheit gesagt wird, dass so gehandelt wird, dass bis 2025 eine CO2-Neutralität erreicht wird und dass Bürger*innenversammlungen einberufen werden, um den Prozess des gesellschaftlichen Wandels zu realisieren. XR greift die Tradition des Zivilen Ungehorsams auf, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen. Die Aktionen finden grundsätzlich gewaltfrei statt.

Vortrag über Planetare Belastungsgrenzen

Dienstag, 20. August 2019

Reiner und Annette haben im  Klimapavillon einen Vortrag gehalten, zu dem es  interessante und intensive Diskussionen gab.

Die Folien des Vortrags können bei Slideshare angeschaut werden.

Nach uns die Sintflut - drei Texte zum Klimawandel

Freitag, 16. August 2019
Beim Packpapier-Verlag ist eine neue Broschüre von Annette Schlemm (vom Klimanetz Jena und XR Jena) erschienen. Sie hat den Titel "Nach uns die Sintflut?"

Sie beginnt mit einer "Offenen Botschaft an die klimastreikenden jungen Leute" und endet - nach einer Erklärung dazu, warum eine Bepreisung der CO2-Emissionen völlig unzureichend ist - mit einem Streikaufruf für Erwachsene.

Zu bestellen beim Packpapier-Verlag oder bei mir.

Die-in in Jena

Freitag, 16. August 2019

Gestern fand in Jena eine Aktion der Gruppe Extinction Rebellion (XR) statt: ein Die-in. Stellvertretend für viele Tierarten, die in den letzten Jahrzehnten ausgestorben sind und weiter aussterben werden und auch für die Menschen, die jetzt schon durch Hitzewellen, Dürren usw., die durch den Klima-Umbruch ausgelöst sind, sterben, legten sich ein reichliches Dutzend Menschen auf den Boden, wie gestorben.

Erst vor wenigen Wochen hatte die Plattform für Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen (IPBES) mit einer Studie über den Verlust der Biodiversität und von Ökosystemleistungen für Aufsehen gesorgt:

  • Mindestens eine Million Arten sind vom Aussterben bedroht.
  • Die Zahl der Tierarten auf der "Roten Liste" stieg z.B. von 15 503 im Jahr 2005 auf 27 159 im Jahr 2019.
  • Das durchschnittliche Vorkommen einheimischer Arten ist in vielen Landlebensräumen um mindestens 20% zurück gegangen. Ein Drittel aller Meeressäugetiere sind gefährdet.
  • Die Rate des Aussterbens nimmt zu.
  • Ganze Ökosysteme sind in ihrer Existenz bedroht. Einer der Autoren schreibt: "Das wesentliche, miteinander verbundene Netz des Lebens auf der Erde wird immer kleiner und zerfetzt immer mehr."
  • Die Produktivität von 23% der Landoberfläche ist durch die Bodendegradation gemindert.
  • Durch Düngemittel wurden mehr als 400 "tote Zonen" in den Ozeanen erzeugt, deren Gesamtfläche größer is als die des Vereinigten Königreichs.

Beispiele für Einbußen an natürlichen Grundlagen (Bericht, S. 13)

Die direkten Ursachen werden u.a. in Änderungen der Landnutzung, in direkter Ausbeutung der Natur, im Klimawandel, in Verschmutzungen und in der Verbreitung invasiver Arten gesehen. Abhilfe kann geschaffen werden, in dem wir als Menschen neue, nicht konsumistische Vorstellungen eines guten Lebens entwickeln, den Konsumverbrauch und die Abfallerzeugung senken, Ungleichheiten ausgeichen, externe Folgen unseres Handelns internalisieren und Technologien geeignet anpassen und entwickeln. Wissensbildung und Verbeitung der Bildung gehören auch dazu.

Also wiederum: Das Ganze steht in Frage, die ökologischen Netzwerke als Ganze stehen in Gefahr und unsere ganze Lebens- und Produktionsweise ist in Frage zu stellen.